20.06.2007 es geht los
…man sitzt entspannt auf der Couch, es ist Mittwoch 15:30 Uhr, denkt an nichts böses und schwupp da reist die Fruchtblase – der erste Gedanke war “bin ich jetzt auch noch inkontinent geworden” – na ja, wer weiß das schon, also hab ich mich erstmal auf dem Weg zum Klamottenwechsel gemacht – gut nachdem mir noch mehr Wasser die Beine runter gelaufen ist – hab ich doch endlich geschnallt, das es jetzt wohl losgeht. Am Tag zuvor war ich noch bei meiner FÄ die aber noch überhaupt keine Anzeichen dafür gesehen hat, das es bald losgeht – nun gut – Telefon geschnappt und Marco angerufen und ihn gebeten doch jetzt zu kommen, da es wohl los geht, auch wenn ich null Wehentätigkeit gehabt habe. 30 min. später war er dann auch da- wir haben dann noch in Ruhe einen Kaffee getrunken und die restlichen Klamotten zusammen gepackt und uns dann auf den Weg gemacht. Am Krankenhaus angekommen, hat die Hebamme im Kreissaal den Verdacht bestätigt. Das CTG zeigte auch noch keine wirklichen Wehen – die Hebammen teilten uns mit, das wenn bis morgen früh keine Wehen eingetreten sind, die Geburt eingeleitet wird.
Mama wurde natürlich direkt informiert und sie kam dann auch zum Krankenhaus, immerhin war mein Wunsch, das sie bei der Geburt dabei ist.
Marcos Eltern kamen auch noch und gegen 21 Uhr verabschiedeten wir Mama und die Schwiegereltern und vereinbarten, das Mama informiert wird, wenn es losgeht – so das sie noch pünktlich zur Geburt in den Kreißsaal kommt.
So weit so gut…
…lange mussten wir nicht warten, gegen 22 Uhr setzten dann auch die Wehen ein, eine nach der anderen – und ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wie weh Wehen tun können – ich wusste nicht wohin mit mir, und den Rat der Hebamme wir sollten noch versuchen ein wenig zu schlafen – lächerlich – mit den Schmerzen konnte ich nicht mal 5 min. auf einer Stelle bleiben und Marco entschied recht bald rüber in den Kreißsaal zu gehen.
Die behielten mich auch direkt da- die Wehen kamen regelmäßig aber der Muttermund öffnete sich nicht.
Nach bitten um ein Schmerzmittel haben sie mir einen Zugang gelegt, der die Schmerzen auch ein wenig linderte allerdings auch mein Auffassungsvermögen, das so ziemlich bei null war
Für eine Rückenmarksspritze war es da noch zu früh.
Später haben sie uns in ein anderes Zimmer verlegt – wieviel später – ich hab keine Ahnung wie gesagt die Schmerzmittel waren schon heftig und ich hab kaum noch was mitbekommen und einfach nur noch das gemacht was mir gesagt wurde.
Die Werte von unserem Sohn gingen aber stetig bergab, so das ich mich bemühen musste richtig zu atmen, damit er noch genügend Sauerstoff ab bekommt.
Ein Narkosearzt kam und hat die PDA gelegt, Mama wurde informiert, das sie so langsam kommen könnte – da dürfte es so gegen 4 halb 5 gewesen sein,
Eine Ärztin überprüfte die Werte noch als er in meinem Bauch war, das heißt ihm wurde Blut aus dem Köpfchen abgenommen und sie entschied, das mein Zwerg eine normale Geburt nicht mehr schaffen würde und wir einen Notkaiserschnitt bräuchten. Im Endeffekt war es mir egal, wie er kommt nur hauptsache das hatte bald ein Ende und mein Kind ist gesund – mittlerweile ertrug ich auch schon 7 Stunden wehen mit dem "Erfolg" von 3cm Muttermundöffnung
Marco informierte meine Ma noch, das es auf einen Kaiserschnitt hinaus laufen wird – sie war aber 10 min. später bereits da und stand weinend im Kreißsaal .
Marco hatte kaum Zeit sich umzuziehen da fingen die OP Menschen schon an zu schneiden. Marco erzählte mir nachher, das er sich riesige Sorgen um meinen Zustand gemacht hat – Sauerstoffsättigung war mehr als schlecht, das Herz hatte auch keinen normalen Rhytmus mehr und blau angelaufen war ich auch – das ununterbrochene zittern habe ich selbst bemerkt – fühlte mich aber nicht so schlecht. Der Kaiserschnitt ansich war auch nicht wirklich schlimm, unangenehm ja, aber nichts was ich nicht noch mal machen würde. Die Schmerzen danach stehen auf einem anderen Blatt
Und nun zu dem Wichtigsten:
Um 6 Uhr morgens am 21.06.07 kam dann unser Schatz zur Welt – gesund und munter – 2770gramm und 47cm – ein wenig Startschwierigkeiten weil er seine Temperatur nicht richtig halten konnte aber ansonsten gesund.
Ich bin schon im Kreissaal teilweise eingeschlafen und so haben wir noch ca 2 Std. mit unserem Schatz gekuschelt – bevor mir die Augen ganz zugefallen sind.
Die nächsten Tage verbrachte ich mit Schmerzen und mit dem wahnsinnigen Glücksgefühl und der Ungläubigkeit, das dieses kleine vollkommene Wesen vor ein paar Stunden noch in meinem Bauch gewesen ist.
Die Wochen da drauf waren mehr als anstrengend für mich, weil mich die bekannten Heultage total übermannt haben – auf einmal erkannte ich mich selbst nicht mehr und war von Himmelhoch jauchzen bis zu Tode betrübt binnen minuten – das wurde auch erst wieder nach etwa 6 Wochen besser.
Geburtsbericht No.2 – 19.02.2010
Wie war es denn fragt ihr euch bestimmt!?!? Am Freitag Morgen kamen wir gegen 9Uhr im Krankenhaus an, wir bzw. ich wurde auch direkt ans CTG angeschlossen – danach wurden wir in den Kreißsaal gebracht, ich sollte mich schon mal umziehen, was ich total dämlich fand, sollte der Kaiserschnitt doch eh frühestens gegen 13Uhr sein. Tja, die Hebamme empfand das für Notwendig und so saßen Marco und ich da, in einem TV losen Raum und warteten… und warteten… gegen 14:20Uhr wurden wir dann endlich in den OP gefahren.Ich war mittlerweile so angepiselt von der Warterei, das von Nervosität nichts mehr zu spüren war. Vor dem OP musste Marco noch ein wenig warten. Die Spinalanästhesie wurde gelegt, ich merkte nur einen kurzen Pieks von der örtlichen Betäubung, die richtige Nadel spürte ich praktisch gar nicht mehr. Der Anästhesist war sehr nett und sprühte ständig irgendwelche Körperteile ein um zu sehen wie weit die Betäubung war. Dann kam der Chefarzt, teilte mit, das es losgehen kann – da musste ich dann noch kurz erinnern, das Marco noch draußen saß
Marco wurde rein geholt – ich merkte einiges an Geruckel und hatte das Gefühl, das der Doc sich zwischendurch auf meinen Brustkorb gesetzt hat. Marco und ich unterhielten uns, der Doc teilte mit, das in 60sec. der Zwerg da sei und dann hörten wir es auch schon schreien. Sehen konnte ich noch nichts, lediglich Marco durfte einen Blick über das Tuch werfen, wurde aber netterweise vorgewarnt, das mein Bauch noch offen ist – störte ihn nicht
Sie brachten den Zwerg in den Nebenraum wo Marco die Nabelschnur durch schnitt, danach bekam ich den Zwerg endlich auch zu Gesicht. Marco ging dann mit der Hebamme mit in den Kreißsaal, ich wurde noch zugenäht.
Der Doc teilte mir noch mit, das der Kaiserschnitt die richtige Entscheidung war – die vorherige Kaiserschnittnarbe war wohl extrem dünn und wäre unter der normalen Geburt wahrscheinlich gerissen. Alles war sehr entspannt gewesen – anders als bei Lukes Geburt, wo die Hektik und Angst dann überwog.
Im Kreißsaal durfte ich dann endlich meinen Zwerg im Arm halten
Relativ unspektakulärer Geburtsbericht aber was will man machen
Abends kamen dann noch mein Bruder + Schwägerin vorbei, da sie am Samstag nach München fuhren. Die schmerzen wurden so langsam spürbar und man hängte mir eine Infusion an – Paracetamol – danke auch. Die nächsten Tage verbrachte ich dann mit meinen eigens mitgebrachten Schmerzmitteln, die auch ihren Zweck deutlich besser erfüllten. Die Schwestern dachten sicherlich, das ich hart im nehmen sei
Ich bin davon überzeugt, das die Tabletten meine rasche Genesung begünstigt haben – stand ich so doch bereits am morgen selbstständig auf.
Am Sonntag bat ich die Schwester alles vorzubereiten, damit ich am Montag nach Hause kann – ich vermisste meine Große Maus so schrecklich!
Am Montag Morgen saß ich um 9Uhr beim Chefarzt, der alles für gut befand aber doch der Meinung war, das es arg früh ist nach Hause zu gehen – änderte aber nichts daran, das er mich trotzdem entlassen würde – noch keine 3 Tage nach dem Kaiserschnitt. So wartete ich nur noch auf die U2 und wurde dann von Marco und meiner großen Maus gegen 14:30Uhr abgeholt. Heute, Tag 5 nach dem Kaiserschnitt geht’s mir wirklich blendend, klar ziept und zwackt das hier und da noch arg, Situps werden auch noch eine zeit warten müssen aber im Vergleich zum 1. Kaiserschnitt eine echte wohltat. Nach dem ersten Kaiserschnitt war ich gute 3 Wochen komplett außer Gefecht gesetzt.
Luke ist der klassische stolze Bruder, wann immer möglich wird der Mini Zwerg gestreichelt, geknuddelt etc. ich hoffe das bleibt auch so. Auf jeden Fall sind wir ganz stolz auf unseren großen, das er so toll auf den Kleinen reagiert.



6 Kommentare bisher
FrauLehmann
20 August, 2008
11:54
Oh mann, wie ich das gerade so lese, war das keine leichte Sache.
Schön, dass Papa dabei war. Ich freu mich sehr für euch. Und ihr habt echt nen kleinen wilden, süßen gezaubert.
Luke
20 August, 2008
20:33
Nein, leicht war es nicht – aber das sind wohl die wenigsten Geburten
Hauptsache alle sind gesund – und so nervig er auch manchmal sein kann – ich will keinen Tag mit ihm missen….:-)
FrauLehmann
20 August, 2008
22:50
Es gibt wirklich nichts Schöneres, als ein gesundes Kind. Ich wünsch euch von HErzem alles Liebe mit Luke.
Denise
3 Februar, 2009
09:08
Hihi
ich seh gerade, dass wir an Lukes 2. Geburtstag heiraten. Na dann sind wir wahrscheinlich nicht die Einzigen, die auf schönes Wetter hoffen.
Luke
3 Februar, 2009
12:11
Ach wir haben bestimmt Glück, letztes Jahr war zumindest schön!
Daniela
9 März, 2010
14:21
Hallo,
herzlichen Glückwunsch zunächst einmal!!!
Ich habe einen geplanten Kaiserschnitt nächste Woche vor mir und ich habe schon schreckliche Angst. Es gibt ebenfalls eine Spinalanästhesie und ich wäre soo gerne nach 4 Tagen wieder zu Hause. Ob das alles so klappt, glaube ich kaum. Aber dein Bericht vom Februar macht mir Mut.
Ich war noch nie im Krankenhaus und für mich wird das alles sooo aufregend. Ich habe auch so Schiss vor dem Blasenkatheter.
Oh man, ich darf gar nicht an das alles denken, ich denke einfach immer an meinen kleinen Hasen, den ich so sehnsüchtig erwarte, dann kann ich meine Ängste bisschen vergessen.
Lieben Gruss und alles Gute für deine Familie!
Dani
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